Café Malli
Pflanzentauschbörse, Generationentreff, Kimchi-Toast und Häkelabende
In Wien-Währing hat ein kleines Café aufgesperrt, das wirklich in keine Schublade passt.
An einem Tisch sitzt jemand mit Laptop und halbvollem Kaffee. An einem anderen wird gehäkelt. Dazwischen Pflanzen, gebrauchte Möbel und die Frage, ob man einen Snack möchte – willkommen im Café Malli.
Hier darf man arbeiten, lernen, Brettspiele spielen, und wenn man beim Häkelworkshop am Abend noch nie eine Häkelnadel in der Hand hatte, ist das kein Problem, sondern der perfekte Ausgangspunkt.
Nach einer überraschenden Kündigung entschied sich Betreiberin Malli Klaßes kurzerhand dazu, ihren langjährigen Wunsch nach einem eigenen Café umzusetzen. Heute versteht sich das Café Malli in Währing als Wohnzimmer im Grätzl: ein Ort, an dem gearbeitet, gelesen, gehäkelt, Pflanzen getauscht oder einfach gemeinsam Kuchen gegessen werden kann. Besonders wichtig ist dabei auch der generationenübergreifende Gedanke: Künftig sollen hier bewusst auch Senioren und Seniorinnen aus der Nachbarschaft zusammenkommen.
Schon beim Mobiliar wird klar, dass hier nicht auf sterile Perfektion gesetzt wird. Vintagemöbel treffen auf viel Grünes, Spiele liegen griffbereit auf den Tischen, dazwischen schaffen kleine Details eine Atmosphäre, die eher an eine gemütliche Wohnung erinnert als an ein klassisches Kaffeehaus. Genau dieser entspannte Charakter ist Teil des Konzepts: „Einfach ein Platz, wo man sich willkommen fühlt“, beschreibt Malli Klaßes die Idee hinter dem Café. Gäste können hier bewusst auch länger sitzen, arbeiten oder lernen. Gerade tagsüber soll das Lokal im 18. Bezirk ein Platz sein, der Menschen zusammenbringt und einen Gegenpol zum oft anonymen Stadtalltag schafft.
Kein Standardprogramm
Vor allem ältere Menschen aus dem Bezirk möchte das Café künftig stärker einbinden. Geplant sind lockere Treffen ohne fixen- Ablauf, einfach als Möglichkeit, gemeinsam Zeit zu verbringen. „Vielleicht wollen sie eh einfach nur quatschen und Kuchen essen“, sagt Klaßes. Gerade in Städten werde Alterseinsamkeit oft unterschätzt. Das Café soll deshalb bewusst ein niederschwelliger Treffpunkt für unterschiedliche Generationen sein.
© Spulwerk
Auch die Karte folgt keinem klassischen Standardprogramm. Neben Specialty Coffee gibt es kreative Toast-Variationen und kleine Snacks mit Fokus auf lokale Produzenten und Produzentinnen sowie nachhaltige Konzepte. Der Kaffee stammt von einer Wiener Rösterei, dazu kommen Produkte kleiner Unternehmen aus der Region. Besonders wichtig ist dabei auch der soziale Gedanke: So wird etwa Bananenbrot angeboten, das mit geretteten Bananen produziert wird und Menschen mit Beeinträchtigungen in den Herstellungsprozess integriert.
Auf der Speisekarte finden sich bewusst auch ungewöhnlichere Kombinationen – etwa ein Kimchi-Toast mit Erdnussmus. „Der wurde, glaube ich, erst zweimal verkauft“, erzählt Klaßes lachend. „Aber ich lasse ihn drauf, bis ihn jeder probiert hat, weil er so gut ist.“ Genau dieses Ausprobieren und Weggehen vom klassischen Caféangebot soll langfristig Teil des Konzepts bleiben.
Parallel dazu entwickelt sich das Café Malli zunehmend zu einem kleinen Community-Space im Bezirk. Nicht nur, dass man dort super shoppen kann - neben dem Cafébetrieb gibt es im Malli auch Vintage-Mode von Holy Garbage – es finden auch Häkelworkshops statt, künftig außerdem Strickabende, Book Clubs und Fermentations-Kurse rund um Kimchi oder Kombucha. Auch die Pflanzen spielen eine zentrale Rolle: Geplant sind zudem regelmäßige Pflanzentauschbörsen. „Wir sind eben ein vielfältiger Treffpunkt für unterschiedlichste Menschen im Grätzl, irgendwo zwischen Wohnzimmer, Workshop-Space und gemütlichem Kaffeehaus“, so die Gründerin abschließend.
Kontakte und Öffnungszeiten
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- 10:00-18:30 Uhr
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- Sa:
- 09:00-19:00 Uhr