Schuhmachermeister Thomas Schikola

Foto: Ansicht wie Schuhe von Hand gepflegt und repariert werden vom Meister der Masschuhe © Masschuhe_Schikola

Ein paar gute Schuhe begleiten einen im besten Fall über Jahre. Umso mehr lohnt es sich, ihnen bei abgelaufenen Sohlen, beschädigten Absätzen oder gerissenen Nähten nicht vorschnell Lebewohl zu sagen. In der Singerstraße, nur wenige Schritte vom Stephansdom entfernt, arbeitet Schuhmachermeister Thomas Schikola an genau solchen zweiten Chancen. Das Handwerk liegt bei ihm in der Familie: Bereits sein Urgroßvater war Schuhmacher, und früh kam Schikola mit Leder, Leisten und traditioneller Schuhmacherkunst in Berührung.

Heute verbindet er dieses Wissen mit einem modernen Verständnis von Qualität und Langlebigkeit. Neben der Reparatur unterschiedlichster Modelle hat er sich insbesondere auf holzgenagelte Maßschuhe spezialisiert. Diese traditionelle Machart, bei der der Schuh individuell auf den Fuß angepasst wird, steht für ein Verständnis von Konsum, das dem schnellen Austausch entgegengesetzt ist. Ein hochwertiger Schuh soll nicht eine Saison überstehen, sondern mit seinem Besitzer oder seiner Besitzerin älter werden dürfen und bei Bedarf fachgerecht repariert werden.

Von der Sohle bis zum Reißverschluss

Das Angebot reicht von kleinen Ausbesserungen bis zu umfangreicheren Reparaturen. Neue Halbsohlen aus Leder oder Gummi, Schutzsohlen, erneuerte Absätze, Fersenfutter oder Spitzen gehören ebenso dazu wie das Befestigen lockerer Absätze und das Einnähen von Reißverschlüssen. Auch bei Stiefeln können Innenfutter und andere stark beanspruchte Teile erneuert werden. Statt einer Standardlösung wird dabei zunächst geschaut, was am jeweiligen Schuh tatsächlich notwendig ist.

Besonders interessant ist der Ansatz, Reparatur nicht als bloße Notlösung zu verstehen. Gerade gut gemachte Schuhe entwickeln mit der Zeit eine individuelle Passform und werden oft erst nach einigen Jahren wirklich bequem. Eine neue Sohle oder ein erneuerter Absatz kann deshalb mehr sein als eine Reparatur, nämlich die Verlängerung eines bereits eingetragenen Lieblingsstücks. Der Schuster zeigt damit, warum traditionelles Handwerk gerade heute wieder an Bedeutung gewinnt: Qualität muss nicht ersetzt werden, nur weil ein einzelnes Teil Verschleiß zeigt.

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