Yukimade

Foto: Yukimade © Yukimade

Basteln für die „Generation Smartphone“

Ob auffällige Bag Charms oder ein „Soft Crochet“-Tier: Lisa und Moritz zeigen, warum man für echte Kreativität vor allem eines braucht: ein bisschen Mut.

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Vergiss alles, was du über verstaubte Handarbeitsgeschäfte weißt, in denen es oft nach Mottenkugeln riecht und du dich fast entschuldigen musst, wenn du die Maschenprobe nicht auswendig kennst. Bei Yukimade regiert nicht die Perfektion, sondern das Machen. Der Shop wirkt wie ein gut sortiertes Wohnzimmer in Kopenhagen: hell, einladend und ohne das erschlagende Chaos, das man sonst aus Bastelbedarfs-Shops kennt.

Was hinter dem Namen steckt

Dreh und Angelpunkt des Geschäfts ist der Name, und der ist Programm. „Yuki“ ist japanisch und ein echtes Multitalent unter den Vokabeln. Es kann „Schnee“ bedeuten, steht aber vor allem für Mut und Glück. In Kombination mit dem englischen „made“ ergibt das eine Philosophie, die Lisa und Moritz, die Gesichter hinter dem Projekt, jeden Tag leben. Es geht darum, den Mut mitzugeben, wirklich etwas anzufangen, ohne dass man erst ein Profi-Know-how braucht. Viele von uns kennen das: Man geht in ein Spezialgeschäft und fühlt sich sofort unwohl, weil man die Fachbegriffe nicht kennt. Bei Yukimade soll genau diese Barriere fallen. Es ist der „mutig machende“ Ort für alle, die sich bisher nicht getraut haben. „Bei uns darf man mit null Ahnung reingehen und mit einem fertigen, selbstgemachten Teil wieder rausspazieren“, so Moritz Mitterbauer.

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Vom Kopenhagen-Urlaub zum Wiener Community-Spot

Die Geschichte ist so modern wie der Shop selbst. Lisa, Marketing-Expertin und die kreative Triebfeder, kam alle paar Wochen mit einem neuen Projekt um die Ecke: mal Häkeln, mal Schmuck, mal Seifen. Moritz, eigentlich studierter Chemiker aus der Industrie, ist jedes Mal „mit reingekippt“. Der finale Funke sprang dann im Urlaub in Dänemark über. Dort sahen sie Läden, die Basteln als Lifestyle zelebrieren. „Zurück in Wien haben wir schnell gemerkt: Wer hier coole Materialien will, muss mühsam online bestellen und hoffen, dass die Haptik stimmt. Aber gerade bei diesen Projekten will man die Sachen doch angreifen“, sagt Moritz. Also tauschte er das Labor gegen den Store und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit.

Das Sortiment ist eine kuratierte Auswahl dessen, was gerade wirklich Spaß macht. Lisa und Moritz sind dafür regelmäßig extra auf Messen wie der „Creative World“ in Frankfurt, wenden dort aber ihren ganz eigenen Filter an: Passt das zum Vibe? Ist es anfängerfreundlich? Für alle, die sofort ein Ergebnis brauchen, gibt es zum Beispiel Bag Charms. „In 15 Minuten fädelst du dir deinen individuellen Taschenanhänger aus Perlen und Charms zusammen. Unkomplizierter geht’s nicht. Auch das Kerzenverzieren ist wie eine Art Ausmalbild für Erwachsene“, so Moritz. Mit Wachsplatten und Linern kann man Kerzen gestalten, die viel zu schade zum Anzünden sind. Häkeln und Stricken sind dann die Stars für die echte Offline-Zeit. Das Team plant sogar eigene, super einfache Anleitungen, damit man nicht erst drei YouTube-Tutorials studieren muss.

Wenn die Screen Time am Limit ist

Wer glaubt, DIY sei nur was für die klassische Zielgruppe früherer Bastelstunden, der irrt gewaltig. Lisa und Moritz beobachten eine spannende Dynamik im Bezirk: „Es kommen Typen rein, Anfang 20, und holen sich ein Set für so ein kleines Häkel-Tierchen einfach als Ausgleich zum digitalen Stress“, so Lisa. Überhaupt ist das Feedback der Kunden und Kundinnen der Kompass: Wenn die Community nach einem speziellen Garn ruft, wird es besorgt. Yukimade versteht sich nicht als statisches Geschäft, sondern als Community-Spot, der mit seinen Gästen wächst: Ein Ort, an dem man sich traut, etwas auszuprobieren. An dem man nicht perfekt sein muss. Und an dem man im besten Fall mit etwas hinausgeht, das man selbst gemacht hat und vielleicht sogar ein bisschen stolz darauf ist.

Oder, wie es Moritz auf den Punkt bringt: „Man kommt ohne Know-how rein und geht mit etwas Eigenem raus.“

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