Foto: Ein hoher Raum, in dem ein Tresen, Kleiderstangen mit Kleidungsstücken und ein langer Teppich sind © Disaster Clothing

Streetwear: Fünf Wiener Stores abseits des Mainstreams

T-Shirt, Sneaker, Hoodie, und fertig ist der Streetwear-Look? Falsch gedacht. Streetwear kann mehr: Sie mixt Skate- und Subkultur mit Komfort und jeder Menge Persönlichkeit.  Besonders die kleineren, unabhängigen Boutiquen prägen diesen Vibe. Sie liefern eigene Interpretationen, setzen auf unkonventionelle Schnitte, nachhaltige Labels und echte Lieblingsstücke, die man eben nicht an jeder Ecke sieht.

Auch in Wien gibt es einige Adressen, bei denen der persönliche Stil wichtiger ist als der nächste große Massen-Trend. Wir haben fünf Stores kuratiert, bei denen sich ein genauer Blick auf die Kleiderstangen lohnt.

NEON. men fashion

NEON. men fashion bringt eine etwas elegantere Interpretation von Streetwear ins Spiel. Der Multi-Brand-Store in der Mahlerstraße 7, nur einen Steinwurf von der Wiener Staatsoper entfernt, kombiniert minimalistische Avantgarde, maskuliner Sportswear und moderne Business-Looks in italienisch geprägtem Stil. Im Sortiment finden sich internationale Marken wie z.B. Giorgio Brato, RRD und Pal Zileri ebenso wie etwas experimentellere Labels alias Transit, Thom Krom oder Hannes Roether.

Das Sortiment umfasst für den modebewussten Mann von heute von Kopf bis Fuß alles und reicht von funktionalen High Tech-Jacken & -Mänteln über edle Fell- & Lederteile und eine neue Generation von Sakkos bis zu Anzügen und sportlichen Looks in Performance-Materialien. Eine besondere Rolle spielen Schuhe und Accessoires, die bei NEON. bewusst als Teil des individuellen Stils verstanden werden. Persönliche Beratung und typgerechte Outfit-Zusammenstellung gehören ebenfalls zum Konzept, der Store setzt damit klar auf einen persönlichen Zugang statt auf anonymes Einkaufen. „Ein Konzept, das sich durch den hohen Stammkundenanteil auszeichnet und durch Weiterempfehlungen an Family and Friends weitergetragen wird“, so CEO Ewald Mühl.

Foto: In einem länglichen Raum sind mehrere Kleiderstangen und Ablageflächen, auf denen verschiedene Kleidungsstücke hängen und liegen © Neon

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Bernhart Fashion

Bernhart Fashion gehört zu den Wiener Modeadressen, die schon lange vor dem Streetwear-Boom auf lässige, urbane Looks gesetzt haben. Seit 1987 ist Bernhart in der Wiener Innenstadt vertreten und kombiniert Freizeitmode mit einem bewusst eigenständigen Stil. Der Store richtet sich dabei nicht nach einem bestimmten Alter, sondern nach einer bestimmten Attitüde zur Mode.

Das macht Bernhart interessant für alle, die einen entspannten Look suchen, der trotzdem nicht beliebig wirkt. Jeans, Jacken, Oberteile, Schuhe und Accessoires lassen sich zu urbanen Outfits kombinieren, ohne dass das Ergebnis nach klassischer Mainstream-Mode aussieht. Der Shop in der Himmelpfortgasse liegt mitten im 1. Bezirk und setzt damit einen bewussten Kontrast zwischen zentraler Innenstadtlage und eher unkonventionellem Sortiment. Gerade diese Mischung gehört seit Jahren zur Identität des Stores.

Foto: In einem beleuchteten Raum sind mehrere Kleiderstangen mit verschiedenen Kleidungsstücken. Rechts sind zwei Umkleidekabinen © Emma Schrotshamer

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art point

Der art point setzt ganz auf eigenständiges Design mit ausgeprägter, avantgardistischer Ästhetik. Ursprünglich 1998 in Moskau gegründet, ist art point seit 2001 in Wien beheimatet. Die Designerin Lena Kvadrat verbindet tragbare Mode mit künstlerischen Ideen und entwickelt jede Kollektion rund um ein bestimmtes philosophisches, soziales oder kulturelles Thema. Charakteristisch sind ungewöhnliche Proportionen, asymmetrische Details und klare, oft schwarze Farbwelten.

Im Concept Store in der Neubaugasse 35 wird diese Handschrift besonders deutlich. Neben den eigenen Kollektionen finden sich ausgewählte Schuhe, Taschen und Accessoires internationaler Marken. Auch der Store selbst ist Teil des Konzepts: Flexible Möbelmodule erinnern an eine Galerie, während der Kassentisch aus einem umgebauten Einkaufswagen besteht. Besonders eigenständig sind die Stoffe, die teilweise im eigenen Haus entwickelt werden. Großflächige Muster sorgen dafür, dass einzelne Kleidungsstücke nie völlig identisch wirken.

Foto: Rechts ist eine Kleiderstange, auf der verschiedene Oberteile und Hosen hängen. Im Hintergrund ist ein Raum, in dem weitere Kleiderstangen mit Kleidungsstücken und Taschen sind © Emma Schrotshamer

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Disaster Clothing

Disaster Clothing ist ein echtes Neubau-Original. Seit 1991 gibt es den Store in Wien und damit ist er seit mehr als drei Jahrzehnten eine Adresse für ausgefallene Designer- und Streetwear. Das Sortiment verbindet internationale und österreichische Labels mit eigenen Entwürfen.

Besonders macht Disaster Clothing die Verbindung von eigenständigem Design und fairer Produktion. Unter der eigenen DC Line entstehen regelmäßig von Inhaber Manfred Lindner persönlich neue Kollektionen und Handmade-Stücke, die in Wien-Neubau fair produziert werden. Dazu kommen ausgewählte Labels, die ebenfalls auf nachhaltige und faire Herstellung setzen. Unter anderem finden sich LangerChen, Derbe, Kuyichi, Got Bag, SKFK und Blutsgeschwister im Angebot.

 Das Ergebnis ist Mode, die auffällt, ohne ausschließlich auf kurzfristige Trends zu setzen und ein Store, der sich damit seit Jahren seinen eigenen Platz in der Wiener Modeszene bewahrt.

Foto: Zwei Kleiderstangen sind übereinander an einer Wand montiert. Auf den Kleiderstangen hängen verschiedene Kleidungsstücke © Weninger

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WIER

WIER IM HOF verfolgt einen anderen Ansatz: Der Store versteht sich als Plattform für kleine, unabhängige und möglichst regionale Labels. Hinter WIER stehen die Wiener Marken Nullkommasiebenprozent (NKSP) und Good Kids Bad Society (GKBS), die ihr eigenes Geschäft ursprünglich gemeinsam gründeten. Heute befindet sich der Store im Innenhof der Neubaugasse 27 und führt neben den eigenen Produkten ausgewählte europäische Marken. Dazu gehören unter anderem Komono, OLOW, Graine und NWHR.

Besonders ist die Verbindung von Mode, Grafik und lokaler Kreativszene. Im Sortiment finden sich Bio-Bekleidung, T-Shirts, Hoodies, Taschen und Accessoires, darunter auch Motive mit deutlichem Wien-Bezug. WIER legt zudem Wert auf nachhaltige und faire Produkte und bietet neben Fashion auch Homeware, Kinderartikel und ausgewählte Teile mit Message. Damit funktioniert der Store weniger wie eine klassische Modeboutique als wie ein kleines urbanes Universum, in dem Streetwear auf Design und lokale Kultur trifft.

Foto: Porträt von drei Personen und einem Hund, die auf Treppen stehen. Hinter ihnen hängt ein Schild, auf dem unterstütze deinen lokalen Händler steht. Dahinter sind Fensterfronten © Michaela Krauss-Boneau

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